scinoptica: Publikationen & Vorhaben, effizientes Publizieren

Nach einiger Onlineabstinenz nehme ich wieder das Bloggen, Schreiben und Promovieren auf. Zwischenzeitlich haben sich einige Dinge getan und ergeben, die ich recht interessant fand. Vorallem grübele ich wieder einmal darüber, wie ich effizient publiziere …

  • Die Zeitschrift Wissenschaftsmanagement fragte vor zwei Monaten wegen eines Artikels zu Social Media in der Wissenschaft an, Daniel Beucke und ich verfassten schließlich einen Übersichtsartikel zu AltMetrics, der bald erscheinen wird. Auf Rückfrage war der publizierende Verlag, Lemmens, ohne weitere Umstände bereit, uns, den Autoren, das Recht einzuräumen, die Preprint-Fassung des Artikels Open Access zu stellen. Schon seit Jahren nehme ich Artikelanfragen nur noch an, wenn der Text im Gold Open Access unter einer Creative Commons Lizenz erscheint oder ich den Inhalt zumindest im Green Open Access gratis (leider nicht libre) publizieren kann. Eine Ausnahme sind (journalistische) Arbeiten, für die ich bezahlt werde, allerdings erscheinen auch die meisten dieser Texte (v.a. via Telepolis) zumindest im Gratis Open Access.
  • Zu den journalistischen Artikeln zählen zwei Texte, die die Saarbrücker Hefte herausbringen werden: Ein Beitrag behandelt prekäre Wissenschaft an der Universität des Saarlandes, ein weiterer, zusammen mit Michael Weller von der Europäischen EDV-Akademie des Rechts EEAR verfasster Artikel zieht eine Zwischenbilanz zu Open Government Data im Saarland. Die Saarbrücker Hefte als Kulturjournal sind für die Macher ein Zuschussgeschäft, sie werden zudem, anders als Wissenschaftsverlage, nicht von der öffentlichen Hand alimentiert. Folglich werden beide Texte erst nach Ablauf der im § 38 (1) UrhG festgelegten Jahres-Frist im Green Open Access erscheinen.
  • Während die Texte im Wissenschaftsmanagement und in den Saarbrücker Heften recht zügig nach Ablieferung publiziert werden (innerhalb von ca. 4 bzw. 12 Wochen), zieht sich das Erscheinen eines Artikels zu Open Funding in einem von Soenke Bartling und Sascha Friesike herausgegeben Sammelband mit dem Titel Opening Science: The Evolving Guide on How the Web is Changing Research, Collaboration and Scholarly Publishing leider etwas hin. Jörg Eisfeldt-Reschke, Karsten Wenzlaff (beide IKOSOM, Institut für Kommunikation in sozialen Medien) und ich stellten den Artikel vor ungefähr einem Jahr fertig und erhielten kürzlich die Druckfahne unseres Artikels zur letzten Korrektur. Die Fahne enthielt eine winzige Information, welche die Vermutung schürt, das Buch erschiene erst 2014 – womit unser Artikel bei Erscheinen deutlich älter als ein Jahr wäre und aktuell verfasst sicher anders aussähe. Allerdings ist die Verzögerung selbstredend formalen Umständen (ein Menge von Artikel auf 500 Buchseiten, Koordination einer Vielzahl von Autoren, Peer Review) geschuldet, ich habe ähnliche Erfahrungen mit der Herausgabe der Open Initiatives gemacht.
  • Ebenfalls etwas langwierig ist das Erscheinen meines sperrig betitelten Artikels Paradigma offener Wissensproduktion und Informationsbereitstellung in wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Kontexten in den, einen gleichsam sperrigen Titel tragenden Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen & Bibliothekare. Der Artikel erscheint in einem Sonderheft zur ODOK 2012, dem Österreichischen Online-Informationstreffen und Österreichischen Dokumentartag. Bei besagter ODOK hielt ich Mitte September 2012 einen Vortrag zum Thema des besagten Artikels, die Abgabefrist für den Artikel selbst endete Mitte März 2013. Zwischen Vortrag und Erscheinen des Artikels liegen letztlich aber wohl circa zwölf Monate, ein recht langer Zeitraum. Ich hatte zwischenzeitlich überlegt, den Artikel dem Online-Magazin Telepolis anzubieten. Eine Publikation in Telepolis hätte viele Vorteile mit sich gebracht: Sehr schnelles Erscheinen, meist in weniger als fünf Tagen nach Abgabe, sehr große Reichweite und hoher Werbeeffekt, Erreichen einer vielfältigeren Zielgruppe, Vergütung. Für die VÖB-Mitteilungen spricht ihr bibliothekswissenschaftlicher Charakter und ihre Indexierung in wissenschaftlichen Datenbanken. Dennoch bereue ich es ein wenig, den Text nicht sofort Telepolis angeboten zu haben, denn bei Erscheinen des VÖB-Issues ist der Inhalt schon abgestanden. Zudem kamen viele meiner interessantesten Projekte und Kontakte aufgrund  kostenfrei zugänglicher journalistischer Online-Veröffentlichungen zustande. In jedem Fall werde ich versuchen, den besagten Artikel nach Erscheinen in den VÖB-Mitteilungen auch in Telepolis zu platzieren, auch wenn dies wegen der Parallelpublikation im Journal (wenn überhaupt) nur ohne Vergütung passieren wird.

Soviel zum Publikationsgeschäft, ansonsten ergaben sich in letzter Zeit

  • eine Mitgliedschaft im Sounding Board „Kommunikation von Open Science“ der Max-Planck-Gesellschaft, eine zeitlich begrenzte Beratungstätigkeit, das Board wird organisiert vom Forschungszentrum für Wissenschafts- und Innovationskommunikation innokomm
  • ein Beteiligung an der Tagung Was macht Evaluation mit den Wissenschaften? am 12. und 13.12.2013 in Salzburg/ Österreich
  • ein Publikationsworkshop an der Universität Bremen im Oktober 2013
  • ein Workshop zu Social Media an der Universität Duisburg-Essen im Januar 2014.

Genug zu tun und Anlass, es mit weiteren Publikationen und Projekten zurückhaltend anzugehen, schließlich will ich im Frühjahr 2014 meine Promotion abschließen.

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