Partnerschaft zwischen ResearchGate und Breakthrough-Preis

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Am Wochenende erreichte mich eine Meldung des Wissenschaftsnetzwerk ResearchGate, die über eine Partnerschaft des Social Networks mit dem Breakthrough-Preis informiert. Die Mitteilung stand bis heute 14:00 Uhr unter Embargo.

Der Breakthrough-Preis ist üppig dotiert und wird unter anderem durch die Google- und Facebook-Gründer finanziert: Die jählich sechs Gewinner des Breakthrough Prize in Life Sciences, die drei Ausgezeichneten des Breakthrough Prize in Fundamental Physics und der Preisträger des Breakthrough Prize in Mathematics können sich über eine Prämie von je drei Millionen US-Dollar pro Kopf freuen.

Die laut Pressemtteilung 12 Millionen ResearchGate-nutzenden Wissenschaftler können dank dieser Partnerschaft nun andere Forscher aufgrund ihrer herausragenden Leistungen bis zum 31. Mai 2017 für den Preis nominieren. Laut Pressetext sind bereits mehr als 600 Breakthrough-Preisträger Mitglieder von ResearchGate, darunter Wissenschaftler der LIGO Gruppe und des ATLAS Projekts.

 

Neues Hosting für e-LIS, eprints in Library and Information Science

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Photo by hisperati

Imma Subirats gab letzte Woche über die Global Open Access List bekannt, dass der Dienst e-LIS, eprints in Library and Information Science, seit kurzer Zeit von der Federico II Universität in Neapel ghostet wird. Aus Subirats Mail geht hervor, dass die Universität einschlägige Erfahrung mit dem Betrieb von (Open-Access-)Publikationsservern hat. Es besteht also Anlass zur Hoffnung, dass die Verfügbarkeitbarkeitsprobleme von e-LIS reduziert werden.


Open Access in den Sozialwissenschaften

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Demnächst erscheint das von Konstanze Söllner und Bernhard Mittermaier herausgegebene „Praxishandbuch Open Access“. Erfreuerlicher Weise war es auf Anfrage erlaubt, die finale Autorenfassung meines Beitrages Open Access zu publizieren. Diese Option habe ich, nachdem ich die bibliographischen Details erfuhr, genutzt. Mein Text zu Open Access in den Sozialwissenschaften steht LeserInnen im Open Access bereit.

Ulrich Herb (2017). Sozialwissenschaften. In K. Söllner & B. Mittermaier (Hrsg.), Praxishandbuch Open Access (S. 254–260). De Gruyter. DOI:10.1515/9783110494068-029 (die DOI löst aktuell nicht auf, da die Verlagsversion noch nicht publiziert ist)
Oder als Open-Access-Version unter: https://hcommons.org/deposits/item/hc:13149/

Abstracts:
Der Artikel bietet einen Überblick über den Status Quo des Open Access zu Textpublikationen, Forschungsdaten und Forschungssoftware in den Sozialwissenschaften und diskutiert mögliche Anreize zur Umsetzung der Open Science in den Sozialwissenschaften.

This text was published as a book chapter in the publication „Praxishandbuch Open Access“ („Open Access Handbook“) edited by Konstanze Söllner and Bernhard Mittermaier. It reflects the current state of Open Access to text publications, data and software in the Social Sciences and incentives to promote Open Science in the Social Sciences.

Keywords:
Open Access, Open Access zu Textpublikationen, Open Access zu Forschungsdaten, Open Access zu Forschungssoftware, Sozialwissenschaften, Soziologie, Open Science, Social Sciences, Sociology, Open Access to Research Data, Open Access to Research Software

Der Beitrag basiert teils auf meiner Dissertation zur Open Science in der Soziologie. Für Leser dieses Blogs und meiner Publikationen könnten auch andere Postings über Open Access und Open Science in den Sozialwissenschaften oder Soziologie interessant sein.

The Elsevier empire – which services belong to it?

Dear readers of my blog: Today I do not want to write about scientific publishing or share my thoughts on it with you. Rather, I need your help!

I want to create a list of the services Elsevier created or acquired. So far I know of theses services:

  • the publishing house
  • databases (eg. Scopus, Science Direct)
  • a repository  (Social Sciences Research Network, SSRN),
  • a research information system (PURE)
  • an altmetrics service (PLUM)
  • a social network/ reference manager (Mendeley)
  • a reseach analytics tool (SciVal)

I am quite sure not to know all the services provided by Elsevier. Please help me complete this list by adding other services using the comments or send me hints via mail or twitter.

 

Big Data und die Perspektiven kritischer Sozial- und Kultur­wissenschaften – Symposium an der Universität Linz

Urheber: Jeremy Keith, online unter https://www.flickr.com/photos/adactio/9276962702/, verfügbar unter Creative Commons Lizenz: CC BY Generic 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Urheber: Jeremy Keith, online unter https://www.flickr.com/photos/adactio/9276962702/
Verfügbar unter Creative Commons Lizenz: CC BY Generic 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Am 27. und 28. 4. 2017 findet an der Johannes Kepler Universität in Linz (Österreich) ein Symposium zum Thema Big Data:  Perspektiven kritischer Sozial- und Kultur­wissenschaften statt. Die wissenschaftliche Leitung der für Besucher kostenfreien Veranstlatung hat Prof. Gerhard Fröhlich inne. Hier Einladungstext und Terminplan zur Veranstaltung, beides der Website zur Veranstaltung entnommen:

Johannes Kepler Universität (JKU) LINZ, Uni–Center (=Mensagebäude, neben Schloss),
Altenberger Str. 69, 4040 Linz, 2. Stock (Außenstiege / Außenlift)

„BIG DATA ist in aller Munde. Eine glorreiche Zukunft in der „Datengesellschaft“ wird uns prophezeit. BIG DATA  war ursprünglich ein technischer Begriff für Datenmengen, die bei der Analyse (v.a. in sog. „Echtzeit“) die konventionellen Computerkapazitäten überforderten (z.B. in der Klimaforschung). Heute wird BIG DATA äußerst vage und vieldeutig verwendet, um unterschiedlichste direkt oder indirekt kommerzielle Ziele zu verfolgen, z.B. Siege in Formel 1-Rennen, Prognosen von Aktienkursen und Seuchen, invasives Marketing. Es geht um Kontrolle, gerade auch um die Kontrolle der Zukunft. Goldgräberstimmung macht sich breit…

Wir möchten in dieser Veranstaltung versuchen, die Methoden der BIG DATA-Analytik verstehen und kritisieren zu lernen und ihre möglichen Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben abzuschätzen. Ethische Überlegungen sind dabei unverzichtbar. Beschert uns BIG DATA tatsächlich das gelobte digitale Land? Oder geraten wir in Endlosschleifen? Denn die BIG DATA-„Prognosen“ betreiben die Fortschreibung des Bisherigen und dessen Verstärkung. Wo bleibt da noch Platz für NEUES? Das „Ende der Theorie“, das Ende wissenschaftlicher Modelle, das Ende wissenschaftlicher Methoden wird proklamiert. Die Perspektiven kritischer Sozial- und Kulturwissenschaften, von Wissenschafts- und Kulturtheorie, Wissenschafts- und Informationsethik stehen daher im Vordergrund der Vorträge, Diskussionen, Demonstrationen, Präsentationen, Science-Datings.“

PLENARTERMINE: Do., 27.4.2017, ab 15.30 Uhr, Fr., 28.4.2017, ab 13 Uhr s.t. und 16 Uhr s.t.

SCIENCE DATING (=wissenschaftliche Sprechstunde, 20 Minuten alleine mit eineR Referentin):
Fr., 28.4.2017, ab 10 Uhr (individuelle Terminvereinbarungen)

Programm:

Do., 27.4.2017, ab 15 Uhr: Kennenlernen, Kaffee & Kekse

Do., 27.4.2017, 15.30 Uhr, WORKSHOP 1: GLÄSERNE MENSCHEN?

Gerhard Fröhlich, Linz: Big Data: Die Verheissungen
Silja Kempinger, Linz: „Wir kennen jeden Menschen besser als diese sich selbst“
Andrea Ghoneim, Krems: David gegen Goliath – oder welche Datenbasis bringt welche Erkenntnisse

Fr., 28.4. 2017, 13 Uhr s.t., WORKSHOP 2: „ROHES“ & „GEKOCHTES“

Gerhard Fröhlich, Linz: „Rohes“ & „Gekochtes“, informationswissenschaftlich
Herbert Hrachovec, Wien: Rohdaten oder Der Mythos des Vorgegebenen
Ulrich Herb, Saarbrücken: Metriken, Kennziffern, Event Logging – Informationswissenschaft pro oder Contra Wissenschaftssteuerung?

15.30 Uhr Pause

Fr., 28.4. 2017, 16 Uhr s.t., WORKSHOP 3: „ZWISCHEN HIMMEL & ERDE“

Dirk Solte, Karlsruhe: Big Data-Analytik – Auswirkungen auf Beschäftigung und Teilhabefairness
Andreas Vogl, Wels: Datenbilder und der Kampf um Aufmerksamkeit

Abschlussdiskussion

SCIENCE DATINGs (20 Minuten wissenschaftliche Sprechstunde, alleine mit eineR ReferentIn) nach Vereinbarung. v.a. Fr., 28.4. 2017, 10-12 Uhr oder Do., 27.4., 13-15 Uhr

 

 

unpaywall.org: Was man beim Open-Access-Tool beachten muss

Äußerst nützlich: Das Browser-Plugins unpaywall zeigt Nutzern an, ob es eine Open-Access-Version zu einem gesuchten Dokument gibt, zu dem sie keinen Zugriff haben. Beim Besuch der Frontdoor bzw. Abstract-Seite eines wissenschaftlichen Werks prüft das für Chrome und Firefox erhältliche Plugin, ob es eine alternative entgeltfrei verfügbare Version des gesuchten Textes gibt. Das Tool setzt dabei auf dem Index der Open-Access-Suchmaschine BASE (Bielefeld Academic Search Engine) auf, folglich wird nicht jede Open-Access-Version eines Dokuments gefunden, sondern nur solche, die auf Servern veröffentlicht wurden, die in BASE indiziert sind. Anscheinend sucht unpaywall Open-Access-Versionen über die DOI, wodurch der Nutzen etwas weiter eingeschränkt wird, denn nur, wenn der Server die Original-DOI der Verlagspublikation in den Metadaten ausweist und an BASE übermittelt, wird eine etwaige Open-Access-Version gefunden. Das belegt ein Test mit zwei eigenen Artikeln:

  • Ulrich Herb (2017). Open Access zwischen Revolution und Goldesel. Eine Bilanz fünfzehn Jahre nach der Erklärung der Budapest Open Access Initiative. Information. Wissenschaft & Praxis, 68(1), 1–10.  DOI:10.1515/iwp-2017-0004
    Die Open-Access-Version unter http://eprints.rclis.org/30959/ wird nicht mittels unpaywall gefunden, obwohl der Server in BASE indiziert ist.
  • Ulrich Herb, Eva Kranz, Tobias Leidinger & Björn Mittelsdorf (2010). How to assess the impact of an electronic document? And what does impact mean anyway?: Reliable usage statistics in heterogeneous repository communities. In: OCLC Systems & Services. Volume 26 (2010) Issue 2, S. 133-145.
    DOI: 10.1108/10650751011048506.
    Auch hier wird die Open-Access-Version unter http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2010/3158/
    nicht ermittelt, obwohl der Server in BASE indiziert ist.

Wissenschaftlern kann empfohlen werden, ihre Dokumente auf Open-Access-Repositorien zu publizieren, die in BASE indiziert sind und die DOI der Verlagspublikation an diesen Dienst übermitteln. Repository-Betreibern hingegen sei empfohlen, ihre Server jene DOI an BASE übermitteln zu lassen – das ist ein echter Mehrwert eines Open-Access-Servers.

Hinter unpaywall stecken übrigens die Begründer des altmetrics-Dienstes impactstory, Heather Piwowar und Jason Priem.

Update, 12.04.2017

Philipp Zumstein ergänzte völlig korrekt, dass unpaywall.org nicht nur den BASE-Index nutze, sondern auch andere Quellen wie PubMed Central, das Directory of Open Access Journals DOAJ, Crossref, DataCite und Google Scholar, Details zu den ausgelesenen Quellen bietet die unpaywall-FAQ. Allerdings wollte ich in diesem Posting nicht darlegen, auf welchen Indizes unpaywall aufsetzt, sondern was Wissenschaftler und Repositorien-Betreiber beachten müssen, wenn von ihnen publizierte oder angebotene Repository-Dokumente von unpaywall identifiziert werden sollen. Dazu sind die oben genannten Hinweise angebracht, da PubMed Central, das DOAJ sowie Crossref Repositorien ignorieren, DataCite meiner Meinung nach weniger Repositorien abbildet als BASE und Google Scholars Indexierungsquote pro Repository unklar ist. Zudem gilt bezüglich DataCite und Google Scholar auch der Hinweis, dass ein Repository die DOI der Verlagsversion via OAI-Schnittstelle ausgeben muss, damit unpaywall die Open-Access-Version eines Closed-Access-Textes finden kann. Besten Dank aber an Philipp Zumstein für die sinnvolle Ergänzung!

 

 

Open-Access-Journale und Geschäftsmodelle

Ein kurzer Hinweis auf eine an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart erstellte Bachelor-Arbeit von Chantal Vanessa Suffner zum Thema „Wissenschaftsverlage und Open Access: Eine vergleichende Darstellung ausgewählter Strategien und Geschäftsmodelle im Zeitschriftenbereich“, ich war bei der Beurteilung der Arbeit Zweitgutachter, fand sie sehr gelungen und kann sie ausdrücklich zur Lektüre empfehlen:

Suffner, C. V. (2016). Wissenschaftsverlage und Open Access: Eine vergleichende Darstellung ausgewählter Strategien und Geschäftsmodelle im Zeitschriftenbereich. Bachelor-Arbeit, Hochschule der Medien, Stuttgart. Online:  https://hdms.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/6178, URN urn:nbn:de:bsz:900-opus4-61784