Peter Murray-Rust zum Marktversagen im wissenschaftlichen Verlagswesen

Nur ein kurzer Hinweis auf ein äußerst lesenswertes Blog-Posting von Peter Murray-Rust mit dem Titel #scholpub should be regulated. PMR befasst sich mit Publikationsgebühren im Gold Open Access und Closed Access, konstatiert ein Marktversagen im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens, moniert, dass Wissenschaftsverlage bezüglich ihres Geschäftsmodells den Sprung ins Web verpasst haben und betrachtet die Preise für wissenschafltliche Publikationen (wohlgemerkt im Closed Access und Gold Open Access) als Fantasiepreise, die fast nie in einer Relation zu den Kosten der Publikationen stehen. Mein Dank gebührt Björn Brembs, durch den ich auf das Posting aufmerksam wurde.

Hochschulrektorenkonferenz & Promotionsverfahren

Am 23.04. verabschiedete die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Empfehlungen zur Qualitätsicherung im Promotionsverfahren (s. auch die Pressemitteilung bei idw online). Gefordert wird unter anderem eine intensive Betreuung der Promovenden sowie die Festlegung von Promotionsvereinbarungen, welche Anforderungen an die Doktoranden genauso regeln wie die Verpflichtungen der Betreuer. Die HRK gibt zudem das Ziel aus, Promotionsvorhaben in der Regel innerhalb von drei Jahren abzuschließen und fordert (gegebenfalls überregionale) Vernetzung der Promovenden. Für die Qualitätssicherung zuständig sind nach Ansicht der HRK die Prüfungskommissionen. Zur genaueren Beschreibung der HRK-Empfehlungen und zum Vergleich mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates (WR) bezüglich der Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Promotion fehlt leider gerade die Zeit, dennoch sei kurz auf diese verwiesen. Kollege Heinz Pampel bemängelte bezüglich der Empfehlungen des WR die fehlende Berücksichtigung der Bereitstellung von Forschungsdaten als Element der Qualitätssicherung, die HRK spart diesen wichtigen Punkt zu meinem großen Bedauern ebenfalls aus.

… „an untenable situation facing the Harvard Library.“

Der Fakultätsrat der Harvard University beschrieb am 17.04. mit drastischen Worten die Preisentwicklung wissenschaftlicher Zeitschriften und sieht sich einer unhaltbaren Situation ausgesetzt. In einem Memorandum on Journal Pricing bezieht der Rat Stellung zu wissenschaftlichem Publizieren, Wissenschaftsverlagen, Bibliotheken und Open Access. Mehr dazu in meinem kurzen Telepolis-Artikel: Wissenschaftsjournale werden für Uni-Bibliothek zu teuer. Harvard University befürchtet Versorgungsengpässe wegen Journalkosten und ruft Wissenschaftler zur Nutzung von Open-Access-Journalen auf.