Knowledge Unlatched startet restriktiv

Knowledge Unlatched (KU) stellt eine Art Bibliothekskonsortium dar, das wissenschaftliche Bücher für den Open Access freikaufen will. Ob Open Access mehr ist als die Erlaubnis, wissenschafltiche Information kostenlos zu konsumieren, sondern weitergehende Nutzungsoptionen wie z.B. die Erstellung abgeleiter Werke (Aktualisierung, Übersetzung) erlauben soll, wird teils immer noch diskutiert. KU interpretiert Open Access in der ersten, restriktiven Art.

Diese und andere Eigenarten der KU-Initative wurden schon an mehren Stellen, z.B. von Margo Bargheer hier oder auch mir hier und hier kritisiert. Seit gestern kann man nun die Liste der ersten 17 freigekauften Bücher einsehen. Da die Bücher mit öffentlichem Geld verfügbar gemacht wurden, ist es enttäuschend, dass 16 von ihnen unter einer Creative Commons Lizenz stehen, die weder kommerzielle Verwertung noch die Erstellung abgeleiteter Werke erlauben. Für ein einziges ist nur die kommerzielle Nutzung untersagt. Zudem sind mitunter die Verlage Copyright-Inhaber, so dass diese zusätzliche zur KU-Zahlung weiterhin die Monetarisierung der Inhalte monoplosieren können. Unklar ist ebenfalls, inwiefern bei den Werken eine Doppelzahlung aus Druckkostenzuschüssen und KU-Beitrag vorliegt.

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Die Anfälligkeit der Wissenschaftszeitschriften für Fälschungen

Vor knapp einem halben Jahr publizierte John Bohannon seinen Beitrag „Who is afraid of Peer Review?“ im Wissenschaftsmagzin Science. Er sprach darin Open Access Zeitschriften recht pauschal die Qualitätsicherung ab, da diese sich teils (um genau zu sein: sehr selten) über Publikationsgebühren finanzieren und daher – so Bohannon – geneigt seien, gegen Zahlung jedes Paper mehr oder minder ungeprüft zu publizieren. Seither hat nicht nur die Science herausgebende American Association for the Advancement of Science (AAAS) selbst ein Open Access Journal angekündigt, das sich über Artikelgebühren finanziert und das, nimmt man Bohannons Interpretation an, ebenfalls unter einem deutlichen Qualitätsvorbehalt zu stehen hätte. Nein, es zeigte sich, wie schon in einem Telepolis-Artikel über Bohannons Attacke auf Open Access ausgeführt, kürzlich wieder einmal, dass sich miserable Qualitätssicherung nicht nur in Open Access, sondern in gleicher Weise auch in Closed Access Journalen findet. Betroffen waren diesmal Publikationen der Verlage IEEE und Springer, mehr dazu wiederum in Telepolis.

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