unglue.it befreit Bücher mittels Crowdfunding

Die Crowdfunding-Plattform unglue.it schafft die Möglichkeit, bereits publizierte Bücher für die DRM-freie Onlineverwendung freizukaufen. Dies setzt das Einverständnis der Rechteinhaber voraus, mit denen Kompensationszahlungen ausgehandelt werden müssen; die Verhandlungen übernimmt anscheinend das unglue.it-Team. Ist die Höhe der Zahlungen festgelegt, startet das Crowdfunding-Projekt, in dem jedermann/-frau eine frei bestimmbare Zahlung zur Unterstützung des Projekts (sprich: des Freikaufens eines Buches) festlegen kann. Erst wenn der mit dem Rechteinhaber vereinbarte Betrag zuzüglich entstehender Zusatzkosten erreicht wird (und auf keinen Fall vorher), werden die von den Usern zugesagten Zahlungen zur Unterstützung des Projekts eingezogen und die Bücher zur DRM-freien Online-Nutzung im ePub-Format konvertiert und freigegeben. Alle Bücher werden unter einer Creative Commons Lizenz bereitgestellt, standardmäßig unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives (CC BY-NC-ND) Lizenz, das letzte Wort über die Wahl der Lizenz hat der Rechteinhaber. Um die Plattform nutzen zu können, ist es nicht nötig, bereits eine digitale Version des Werkes zu besitzen. Alle anfallenden Kosten (ggf. Scan, Konvertierung, etc.) sollten in den veranschlagten Projektkosten berücksichtigt sein, bei der Auswahl eines technischen Partners unterstützt unglue.it.

Elsevier kauft Social Science Research Network

Laut einer Pressemitteilung des Social Science Research Network (SSRN) wurde der Dienst von Elsevier aufgekauft: http://www.ssrn.com/en/index.cfm/ssrn-joins-mendeley-elsevier/. Während Springer anscheinend (s. die Fusion mit Nature) eher auf die Ausweitung des konventionellen Verlagsgeschäfts setzt, orientiert sich der Springer-Konkurrent Elsevier (neben der auch bei Springer anzutreffenden Beteiligung an Open-Access-Konsortien) eher an Innovationen und Communities. Darauf deutet, zumindest für mich, der Kauf von SSRN und Mendeley hin. Interessant scheint auch, dass mit SSRN ein ehedem nicht-kommerzielles Open-Access-Angebot zu einem kommerziellen Verlag zieht, so ähnlich wie bei der Zeitschriftengruppe Living Reviews, die vor knapp einem Jahr von der Max Planck Digital Library zu Springer überging.