Kontaktstudium „Open Access & Open Science“ an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart

Im Sommersemester 2017 biete ich an Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart einen Kurs zu Open Access & Open Science im Kontaktstudium der HdM an, auf den ich hier hinweisen will. Der Kurs besteht aus Online-Phasen und zwei Präsenzterminen am 25.02.2017 (Samstag) sowie dem 24.03. und 25.03.2017 (Freitag und Samstag), so dass die Teilnahme berufsbegleitend möglich ist.

Die Anmeldung ist über die Website der HdM möglich. Hier auch die ausführliche Kursbeschreibung:

Vor circa fünfzehn Jahren erlangte Open Access erstmals größere Aufmerksamkeit, als Wissenschaftler und Bibliothekare 2001 die Budapester Open Access Initiative ins Leben riefen und entgeltfreie Nutzbarkeit wissenschaftlicher Publikationen forderten. Anfangs verunglimpft, wurde Open Access zu einem Erfolgs- und Geschäftsmodell: Die Zahl der entgeltfrei verfügbaren Dokumente stieg stetig und schneller als der Gesamtoutput wissenschaftlicher Werke. Und erst 2016 rief die EU die Vorgabe aus, alle wissenschaftlichen Publikationen bis zum Jahr 2020 Open Access zu publizieren. Nahezu zeitgleich lancierte die Max-Planck-Gesellschaft die Initiative Open Access 2020, die als Ziel hat, Subskriptionsjournale umfassend zu Open-Access-Journalen zu transformieren und dabei auf die Finanzierung dieser Open-Access-Journale durch Publikationsgebühren setzt. Trotz dieser Fortschritte wird das Ansehen von Open Access auch massiv bedroht, vor allem durch das sogenannte Predatory Publishing, bei dem Journale die genannten
Publikationsgebühren einstreichen, allerdings keinerlei Qualitätskontrolle der  eingereichten Artikel vornehmen – wodurch betroffene Autoren nicht nur um Geld gebracht werden, sondern auch ihren Ruf gefährden.
Die sich abzeichnenden und bereits ereignenden Veränderungen betreffen Bibliotheken unmittelbar, sie verwandeln sich zu Dienstanbietern, die Open-Access-Publikationsangebote in Form von Open-Access-Verlagen oder -Journalen betreiben, Beratung über seriöse Open-Access-Verlage anbieten oder die Verwaltung von Open-Access-Publikationsfonds innehaben. Allerdings werden Bibliotheken zusehends nicht nur Kompetenzen im Kontext der Textpublikationen abverlangt, ihnen werden
auch Funktionen in den Bereichen der Bereitstellung von Forschungsdaten abverlangt und sie spielen in Big-Data-Szenarien ein Rolle, etwa wenn es darum geht Lizenzen auszuhandeln, die Forschern Text & Data Mining erlauben. Kurzum: Neben Open Access ist auch Open Science eine Herausforderung an Bibliotheken.
Das Modul informiert über Entwicklungen im Open Access und in der Open Science,
speziell im Hinblick auf Tätigkeitsbereiche in Bibliotheken und die Entwicklung von Open-Access-Angeboten in Bibliotheken. Im Mittelpunkt stehen die Besonderheiten
des offenen Zugangs zu Texten und Daten sowie die Eigenschaften der Open-Content-Lizenzen, nicht aber technisch-infrastrukturelle Aspekte z.B. des Forschungsdatenmanagements oder Lizenzen aus dem Subskriptionsgeschäft.
Angesichts des Zuwachses an Open Access und den Bestrebungen Open Access zum dominierenden Publikationsmodell zu machen, das das Subskriptionsverfahren weitgehend ablösen soll, können so Anregungen und Einblicke in sich entwickelnde Geschäftsfelder von Bibliotheken gegeben werden.

Weitergehende Informationen können der Modulbeschreibung entnommen werden.

 

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