Elsevier & Open Access: „the primary reason to transition to gold open access should not be to save money“

ElsevierToday Elsevier published its vision of Open Access, written by Gemma Hersh, and suggests a route that is neither green nor gold, but a mixture of it, one could say blue Open Access: Articles published by European institutions should be available Gold Open Access within Europe and – if deposited on a repository – Green Open Access outside of Europe. It is also made clear that Elsevier’s Gold Open Access will be expensive.

These are some of the key statements:

  • As about 80 percent of all journal articles are still  published in Closed Access journals, Green Open Access will remain an important Open Access strategy.
  • Elsevier considers Europe „a region where a transition to fully gold open access is likely to be most cost-neutral“.  According to Elsevier this is not the case for „other research-intensive countries such as the US, China and Japan“.
  • Elsevier suggests that for Europe it would be recommendable to „enable European articles to be available gold open access within Europe and green open access outside of Europe.“ Somehow in the mentioned green-golden mixture.
  • Referring to a paper of the International Association of Scientific, Technical and Medical Publishers (STM) Elsevier continues to explain „that average APCs would need to rise to fund the infrastructure currently paid for via the 80 percent of articles published under the subscription model. In any event, APCs are likely to be higher than they are today even just accounting for inflation and the continuing global growth in research output, which is currently about 4 percent a year.“
  • Furthermore, funding for global Gold Open Access would also have to replace subscription revenues from commercial enterprises or other non HE-institutions. According to Elsevier, these account for 25% of the income in the Cosed Access model.
  • Elsevier also emphasizes the transitions costs in a mixed Gold Open Access and Closed Access era: „In a world where more than 80 percent of articles continue to be published under the subscription model, any country that moves to gold open access first would need to pay to broadcast its articles while also continuing to subscribe to the rest of the world’s content published under the subscription model if they want to retain access to articles published elsewhere (and not supported by gold OA).“

The core message of the text summarizes all this and sheds light on the further price development to be expected by Elsevier: „We [Elsevier] believe that the primary reason to transition to gold open access should not be to save money“.

Open-Access-Journale und Geschäftsmodelle

Ein kurzer Hinweis auf eine an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart erstellte Bachelor-Arbeit von Chantal Vanessa Suffner zum Thema „Wissenschaftsverlage und Open Access: Eine vergleichende Darstellung ausgewählter Strategien und Geschäftsmodelle im Zeitschriftenbereich“, ich war bei der Beurteilung der Arbeit Zweitgutachter, fand sie sehr gelungen und kann sie ausdrücklich zur Lektüre empfehlen:

Suffner, C. V. (2016). Wissenschaftsverlage und Open Access: Eine vergleichende Darstellung ausgewählter Strategien und Geschäftsmodelle im Zeitschriftenbereich. Bachelor-Arbeit, Hochschule der Medien, Stuttgart. Online:  https://hdms.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/6178, URN urn:nbn:de:bsz:900-opus4-61784

 

Pay What You Want im Open Access

Im Sommer 2015 startete der Thieme-Verlag mit dem Surgery Journal eine Open-Access-Zeitschrift, die zwar die Zahlung von Artikelgebühren kennt, bei der aber die Höhe der zu entrichtenden Gebühren von den Autoren bestimmt wird. Gestern erschien in Telepolis ein Artikel von mir, der beleuchtet wie sich dieses Pay What You Want im Falle des Surgery Journal bislang bewährt hat:

Ulrich Herb (2017). Pay What You Want und Open Access. Viel Resonanz und geringe Einnahmen. In: telepolis,  09.03.2017
Online: https://www.heise.de/tp/features/Pay-What-You-Want-und-Open-Access-3645750.html

Hier auch der Hinweis auf einen Artikel, der zum Launch des Journals erschien:

Ulrich Herb (2015). Open Access – Pay what you want. In: telepolis, 30.06.2015
Online: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45278/1.html

Journal zahlt Autoren für Zitate ihrer Artikel

Jeffrey Beall, dessen Pauschalisierungen zu Predatory Open Access ich nicht teile und dessen Injurien gegen integre Open-Access-Journale mich oft stören, liefert in seinem Blog Scholarly Open Access immer wieder Hinweise auf Auswüchse im wissenschaftlichen Publikationswesen. Das International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering (IJETAE) ist nun Thema eines Beall-Postings.

Vorab: Das Journal nutzt Article Processing Charges (APCs) als Einnahmequelle, für die Publikation eines zehnseitigen Artikels werden 170 US-Dollar fällig. Die Issues erscheinen in kurzen Intervallen, nämlich im Monatsabstand, und sind prall gefüllt – Issue 9 des Volume 6 umfasst 54 Artikel.

Beall verweist jedoch auf ein anderes Merkmal, welches das IJETAE meiner Kenntnis nach von anderen Journalen abhebt: Es zahlt seinen Autoren Geld für Zitationen auf ihre IJETAE-Artikel. Er zitiert als Beleg aus einer Mail, die das Journal an potentielle Autoren schickte:

All published articles from  September 2016 onwards will be applicable for “Research Paper Royalty Scheme” in which  corresponding author will get a reimbursement of 100 USD/6000 INR if his/her paper is cited by any 20 researchers in any reputed International Journal/Conferences in a year. If you are confident about your Research work then IJETAE will be honoured to appreciate it. Author can also keep track on Citation Count using Google Scholar.

Ich muss anmerken, dass die Google-Suche nach einzelnen Phrasen der Mail mich nicht zu Archiven von Mailinglisten führte, in denen ich den Inhalt der Mail verifizieren konnte. Allerdings finden sich in einem anderen Blog gleichfalls Nachrichten über diese Mails. Da derartige Informationen in der Regel direkt an Wissenschaftler gehen und nicht über Listen versendet werden, scheinen die Schilderungen über die in Aussicht gestellte Belohnung nicht zweifelhaft.

Von der Homepage des International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering
Von der Homepage des International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering

Warum nun die Entlohnung? Zwar schmückt sich das IJETAE mit einem Fake Impact Factor, auch auf der Grafik zu sehen, ein echter Journal Impact Factor (JIF) dürfte dennoch perspektivisch lukrativer sein. Da die Aufnahme eines Journals in das Web of Science (WoS), anhand dessen der Original-JIF berechnet wird, maßgeblich von Zitationszahlen abhängt, könnte man die Strategie verfolgen durch hohe Zitationszahlen den Weg ins WoS zu finden. Die Aufnahme in WoS hängt zwar auch von anderen Kriterien ab, aber die ließen sich mit ein bisschen Kosmetik womöglich auch noch erfüllen. Der Verweis auf Google Scholar legt auch die Vermutung nahe, man wolle durch gesteigerte Zitationszahlen in den Fächer-Rankings Google Scholars steigen.

Egal, ob das Ziel die Aufnahme ins WoS oder die höhere Position im Google Scholar Ranking ist – beides würde das IJETAE für Autoren attraktiver machen, damit zugleich zahlungsfreudiger und bereit höhere Gebühren zu zahlen.

Studie zu Open-Access-Publikationsgebühren in Deutschland erschienen

Najko Jahn und Marco Tullney publizierten kürzlich in PeerJ einen Artikel mit dem Titel  A study of institutional spending on open access publication fees in Germany. Darin werten beide Daten des Projektes Open APC aus, das Daten zu an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen entrichteten Publikationsgebühren im Gold Open Access sammelt. Die Informationen erlauben Vergleiche mit dem UK und Österreich, wo  Wellcome Trust respektive  der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF entsprechende Daten anbieten. Dennoch unterscheiden sich die Daten aus Deutschland in mancher Hinsicht von denen aus dem UK und Österreich: Während die Zahlungen des Wellcome Trust und des FWF direkt von Forschungsförderern stammen und im Rahmen von Projektbewilligungen ausgeschüttet werden, geben die Daten aus Deutschland Auskunft über von Hochschulen und Forschungseinrichtungen beglichene Gebühren. Die Zahlungen deutscher Hochschulen werden teils mit Zuschüssen aus einem Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG versehen – womit doch wieder eine Förderorganisation beteiligt ist. Im Unterschied zu Wellcome Trust und FWF deckelt die DFG jedoch ihre Untersützung und beteiligt sich nur an der Finanzierung von Artikeln, deren Gebühren maximal 2.000 € betragen. Mehr dazu in Telepolis unter dem Titel Open Access: Teuer und neue Monopole.

Hier auch die bibliographischen Angaben zum Paper von Najko Jahn und Marco Tullney:

Jahn N, Tullney M. (2016) A study of institutional spending on open access publication fees in Germany. PeerJ 4:e2323 https://doi.org/10.7717/peerj.2323

 

 

Transparenz bei Open-Access-Publikationsgebühren

Einer Initiative der Universitätsbibliothek Bielefeld folgend stellen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Leibniz Universität Hannover, die Universität Duisburg-Essen, die Universität Konstanz, die Universität Regensburg und die Max Planck Digital Library (MPDL) Informationen über für Open-Access-Artikel entrichtete Publikationsgebühren online. Die Daten finden sich in einem GitHub Repository unter https://github.com/njahn82/unibiAPC, an dieser Stelle und auf Najko Jahns GitHub-Site (http://njahn82.github.io/unibiAPC/) können zudem sehr anschauliche Visualiserungen zur Verteilung und Höhe der Gebühren je Verlag abgerufen werden. Najko Jahn, das sei erwähnt, koordiniert die Aktivitäten zusammen mit Dirk Pieper, beide sind an der Universitätsbibliothek Bielefeld tätig. Erfreulicherweise stehen die Daten Nutzern offen – unter einer Open Data Commons Open Database License (ODbL) – zur Verfügung. Einen Artikel zur Initiative und zur dringend erforderlichen Preis-Transparenz im wissenschaftlichen Publizieren findet sich heute in Telepolis: Die Kosten des wissenschaftlichen Publizierens.

Numbers and shares of Open Access Journals in Sociology charging publication fees

In June 2014 I analysed the data of the Directory of Open Access Journals (DOAJ) to find out to what extent Open Access Journals in Sociology (as listed by the DOAJ) charge their authors with publication fees (or article processing charges APCs). A CSV-file offered for download by the DOAJ did not contain any information on APCs, in fact the whole APC-column was empty, so I gathered the information manually from the DOAJ’s search interface. Unfortunately the DOAJ’s information on sociological journals using APCs was too a large degree wrong.

On the eleventh of June the DOAJ listed 109 sociology journals.  In eleven cases the information on APCs was wrong:

  • nine were labeled as APC-based although they did not use APCs
  • one was labeled as using APCs conditionally, but in fact it charged every article published
  • one was charging its authors although the DOAJ listed it as not using APCs

This means that for this subset of journals the information on publication charges was wrong in more than 10 % of all journals. Focusing on the eleven journals that – according to the DOAJ – use (always or conditionally) APCs the situation is even worse:  10 of these journals (90,9 %) are categorized wrongly.

In fact only three out of these 109 journals (2,75 %) charge their authors: Sociology Mind (ISSN 2160-083X) charges 700 US-$ per article (plus 50 US-$ for each additional page). Studies of Sociology of Science (ISSN 1923-0176) charges 300 US-$ per article and Intersticios (ISSN 1887-3898) charges beween 10 and 20 € per article (depending on the number of pages). None of these APC-based journals has a journal impact factor  assigned (according to the Journal Citation Reports Edition 2012). Instead four of the other journals (not using APCs) have an impact factor assigned.

Compared to other disciplines APCs are a rare phenomenon in Sociology (as mentioned 2,75 % of the journals know publication fees): Solomon & Björk (2012) report a portion of 26 % of Open Access journals charging their authors, whereas Shieber (2009) reports 23,14 %. Shieber seems to have trusted in the data offered by the DOAJ, therefore his numbers might potentially be biased. Solomon & Björk used a randomized sample of journals and checked for each journal within the sample the information on APCs, so their results are very trustworthy. Please not: This comment intends not to malign Shiebers excellent work.

The data is openly available as:

Herb, U. (2014). Numbers and shares of Open Access Journals in Sociology charging publication fees (article processing charges APCs). Zenodo. doi:10.5281/zenodo.10760
References:
Shieber, S. (2009). What percentage of open-access journals charge publication fees? The Occasional Pamphlet. Retrieved June 05, 2012, from http://blogs.law.harvard.edu/pamphlet/2009/05/29/what-percentage-of-open-access-journals-charge-publication-fees/
Solomon, D. J., & Björk, B.-C. (2012). A study of open access journals using article processing charges. Journal of the American Society for Information Science and Technology, 63(8), 1485–1495. doi:10.1002/asi.22673http://www.openaccesspublishing.org/apc2/

 

The prevalence of Open Access publication fees

Just another by-product of my dissertation thesis on Open Science in the Social Sciences: Last saturday (June 14, 2014) I had a look at the ten countries that publish the most Open Access journals and the share of journals charging their authors with article processing charges (APCs) per country. I used the Directory of Open Access Journals DOAJ to gather the information needed and faced some problems: Of course I would have prefered to use the CSV-file offered by the DOAJ, the DOAJ homepage promises that the „csv file is updated every 30 minutes“ – in fact it is about five weeks old and was obviously generated at May 7th, that is at least what the file’s name indicates: doaj_20140507_1330_utf8.csv. Accordingly the information within the CSV file was not up to date, it contained information on 9.709 journals. However the DOAJ website told me that it lists 9.834 journals.

Moreover the CSV file was not usable for my purpose because it did contain a column named Publication Fee, but this column did not contain any information, in fact it was totally empty. So I had to compile the information on Open Access journals per country and the occurence of publication fees by using the DOAJ web interface. The following table gives an impression about the ten countries publishing the largest numbers of Open Access journals. The query via the web interface showed a difference between the total number of journals per country and the sum of journals that either raised no APCs, that did charge APCs or did charge them conditionally. This difference was interpreted as the number of missing values. As we see most of the journals are published in the USA, Brazil (probably mainly via the publication network SciELO) and the UK.

CountryNumber of journalsMissing ValuesNo information availableConditional charges (number of journals)Conditional charges (percentage)No charges
(number of journals)
No charges
(percentage)
Has charges
(number of journals)
Has charges
(percentage)
USA1.206633473,90%63252,40%48840,46%
Brazil927215141,51%84591,15%424,53%
UK61544152,44%20032,52%39263,74%
India593337813,15%25442,83%25543,00%
Spain526104122,28%48091,25%203,80%
Egypt46121000,00%418,89%39986,55%
Germany3385441,18%22666,86%9929,29%
Romania2992062,01%26488,29%279,03%
Italy2925262,05%25185,96%289,59%
Islamic Republic of Iran264803714,02%19373,11%269,85%

 

Resorting the table by the share of journals charging their authors per country gives us some insight in the prevalence of an APC based business modell per country:

CountryNumber of journalsMissing ValuesNo information availableConditional charges (number of journals)Conditional charges (percentage)No charges
(number of journals)
No Charges
(percentage)
Has Charges
(number of journals)
Has charges
(percentage)
Egypt46121000,00%418,89%39986,55%
UK61544152,44%20032,52%39263,74%
India593337813,15%25442,83%25543,00%
USA1.206633473,90%63252,40%48840,46%
Germany3385441,18%22666,86%9929,29%
Islamic Republic of Iran264803714,02%19373,11%269,85%
Italy2925262,05%25185,96%289,59%
Romania2992062,01%26488,29%279,03%
Brazil927215141,51%84591,15%424,53%
Spain526104122,28%48091,25%203,80%

This chart makes the differences between the countries even more distinctive:

apcs_per_country

Surprisingly Egypt leads this ranking with 86,55% of its Open Access journals charging authors, followed by the UK (presumably reaching this position because of the large number of Open Access journals published by the UK based publisher BioMed Central), India (traditionally suspected to be the country of origin of many predatory Open Access Publishers, that use APCs as an revenue modell but that do not guarantee the quality control of their publications) and the USA. The USA and the UK have always been known to be the home countries of well-known commercial publishing houses and it might be that they are also the home country of many commercial Open Access Publishers. Right away I do not have a explanation for Egypt’s ranking – except the unfounded (and to some extent chauvinstic) idea that the large amount of APC-based journals might hint at a prevalence of predatory publishing, but I emphasize that I do have any evidence for that insinuation.

Both data and chart are available under an open license, please cite this information as:

Herb, U. (2014). Shares of Open Access journals charging publication fees per country. Zenodo. doi:10.5281/zenodo.10480

Update: Lambert Heller and Richard Poynder noted in two comments that the high numbers of Open Access journals from Egypt are caused by the activities of the Open Access publisher Hindawi – and of course they are absolutely right. So thanks a lot for that hint Lambert and Richard!

 

Comments:

Lambert Heler: Egypt -> Hindawi Publishers? Anyway thanks for the data, Uli!

Richard Poynder: Egypt: Hindawi is based in Egypt; Hindawi publishes 434 journals (http://www.hindawi.com/journals/); Hindawi journals charge APCs.

Ulrich Herb: @Richard: Great idea! Of course it would be some (or even a lot of) work. To my mind the data would best be gathered manually or via the journals OAI interfaces (if they have one). One could use the DOAJ as a starting point, in a second step one should identfy the correspondings authors affiliation. If we would also like to know the money spend (and not only the number of articles published under an APC modell), it would be necessary to check the APC conditions on the publishers homepages. You would also need to consider whether the information provided by the DOAJ whether a journal charges APCs are correct. For Sociology I found an incredibly high share of false postives (journals that in fact did not charge their authors, but that – according to the DOAJ’s information – used APCs).

Richard Poynder: A good candidate for a crowdsourcing project perhaps?

Ulrich Herb:
Absolutely! The crowd would just strictly have to take heed of the design of the study, but I guess that would be a minor problem.

Wow!ter: I would have expected Nigeria in this graph as well. What would be their position on the graphs?

Ulrich Herb:
Dear wow!ter, Nigeria is missing because (according to the DOAJ) it only publishes 38 Open Acceess journals, correction: the DOAJ indexes only 38 Open Access journals from Nigeria that is position 47 in a ranking of the countries with the highest output of Open Access Journals. 29 of these Nigerian journals are charging their authors, 3 are charging them conditionally and 6 that don’t use publication fees. So the share of journals using fees is 76,31%.That means Nigeria would hold position two in table two, but it must be noted that we do not know the shares of APC based journals in the other countries on positions 11 to 46 in a ranking of the countries with the highest output of Open Access Journals.

Dom Mitchell: Hello there, I just wanted to correct a small thing here: „Nigeria is missing because (according to the DOAJ) it only publishes 38 Open Access journals,“ Actually, DOAJ only indexes 38 Open Access journals from Nigeria. We are sure that there are many others but they have either never applied to be part of DOAJ, or they were rejected from DOAJ because they didn’t meet the requirements. I am certain that is what you meant but I just wanted to make sure that was clear for wow!ter. Many thanks, Dom

Ulrich Herb:  @Dom thanks a lot for that correction!

Science goes Open Access: Honi soit qui mal y pense

Unter anderem Telepolis und der Standard vermeldeten es bereits: Die für die Herausgabe des wissenschaftlichen Journals Science verantwortlich zeichnende American Association for the Advancement of Science (AAAS)  wird eine eigene Open Access Zeitschrift mit dem Namen Science Advances gründen, das erste Issue ist offenbar für Beginn nächsten Jahres geplant. Wer sich an John Bohannons  im Herbst 2013 in Science erschienen Artikel Who is afraid of Peer Review? erinnert, kann von dieser Wendung einigermaßen überrascht sein.

Bohannon nimmt das Geschäftsmodell der wenigen Open Access Journale, die für das Publizieren von Artikeln Autorengebühren einstreichen, als Anlass für eine wahre Philippika gegen Open Access. Es ist schon lange bekannt, dass sich unter diesen Journalen unseriöse Anbieter finden, die zwar die Gebühren einziehen, aber keine Qualitätskontrolle der Inhalte durchführen. Folge ist nun eine Art Bulk Publishing, in dem eine Peer Review nur auf dem Papier existiert und gegen Zahlung mehr oder weniger jeder Inhalt veröffentlicht werden kann. Bohannon unterstellt diese Praktiken nun aber Open Access geradezu in toto und brandmarkt ihn als per se unseriös. Dies ist aus verschiedenen Gründen falsch (s. dazu die Verweise weiter unten), unter anderem ist Bohannons Veröffentlichung methodisch dilettantisch gestaltet und arbeitet mit zahllosen Vereinfachungen. Es sollte aber unbedingt bedacht werden, dass Bohannons Text in Science nicht als wissenschaftlicher Artikel, sondern als journalistischer Beitrag erschien – folglich war dessen, Open Access diskreditierender Gehalt redaktionell gedeckt.

Vor diesem Hintergrund kann der in Science selbst angekündigte Plan, eine Open Access Zeitschrift zu launchen etwas erstaunen. Zumal das Journal wie folgt zu seinem Content kommt: „Papers favorably reviewed at Science, Science Translational Medicine, or Science Signaling but declined for lack of space can be considered automatically for publication in Science Advances. This can occur through a cascading process without further review or further effort on the part of the authors. The goal is to speed publication, alleviate the burden on the reviewer community, and reduce the risk to authors of having to resubmit elsewhere.“

Diesen nüchternen Verlagssprech könnte man so interpretieren:

  • Die Begrenzungen der Druck-Ausgaben durch maximal mögliche Seitenzahlen lassen nur zu, dass eine gewisse Anzahl Artikel in den genannten Journalen erscheint.
  • Die Auswahl der Artikel folgt, wenn man der Logik der Peer Review folgt, nach deren Qualität. Faktisch spielen aber (auch) andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Reputation des Autors.
  • Folgt man der Logik der Peer Review – wie Science es offiziell tut – dann werden Artikel, die keine ausreichende Qualität hatten, um in Science einen Platz zu finden, in Science Advances veröffentlicht.
  • Für die Publikation in Science Advances fallen allerdings Autorengebühren in noch unbekannter Höhe an: „[T]he new journal will be open access, with publication funded through author processing charges. „
  • Mit Inhalten, die nicht in Science erscheinen und daher keinen Erlös aus Subskriptionen einbringen, generiert die AAAS durch die Autorengebühren für Veröffentlichungen in Science Advances ohne größeren zusätzlichen Aufwand Gewinn, denn die Review (die das Journal eh nur organisiert und nicht selbst leistet) ist bereits durchgeführt.

Kurzum: Es scheint als hätten Science und die AAAS ihren profitablen Frieden mit Open Access und den vormals als korrumpierend portraitierten Autorengebühren gemacht.

N.B.: Mir ist durchaus bekannt, dass auch andere kommerzielle Verlage Open Access Journale betreiben, die implizit nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Zur Kritik an John Bohannons Artikel Who is afraid of Peer Review?:

Ulrich Herb: Unzutreffend, aber schmerzhaft: Der Open-Access-Sting der Zeitschrift Science. In: telepolis, 09.10.2013
Online: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40056/1.html

Ralf Krauter & Ulrich Herb: Zu Unrecht in der Kritik? Qualitätssicherung bei Open-Access-Publikationen. Interview im Deutschlandfunk, 16.10.2013
Online: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2288623/ oder direkt zur MP3-Version

 

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