Open Initiatives – Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft

Initiativen, die Transparenz, offenen und möglichst einfachen Zugang zu Informationen, etwa in Wissenschaft und Verwaltung fordern und herstellen, gewinnen rasant an Bedeutung und beginnen sich immer weiter zu differenzieren. Die Forderungen reichen von freiem (im Sinne von kostenlosem) Zugang zu Informationen bis hin zu offenem Zugang analog den Prinzipien der Open Source Community.

Manche Initiativen und Phänomene fokussieren stärker auf Transparenz als auf Offenheit, wie z.B. die Whistleblower-Plattform Wikileaks, während wiederum andere (z.B. Open Government oder Open Access zu Forschungsdaten) die Forderungen nach Transparenz und Offenheit kombinieren oder sich an der Bereitstellung nicht-proprietärer Informationen versuchen (wie das Geodaten-Projekt OpenStreetMap oder die Open Metrics Konzepte im Wissenschaftskontext). Zwölf Autorinnen und Autoren aus Open Data Projekten und aus den Bereichen Open Access, Open Science, Journalismus und Recht beschreiben und analysieren die besagten und andere Open Initiatives, diskutieren deren Gemeinsamkeiten und Grenzen sowie radikale Offenheitskonzepte wie WikiLeaks und Anonymous im Sammelwerk Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft.

Die vollständigen bibliographischen Angaben lauten:
Herb, U. (Hrsg.). (2012). Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft. Saarbrücken: universaar.

Der Band steht unter http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2012/87/ zum Download bereit. Die Bestellung der Printausgabe ist unter http://www.mv-buchshop.de/catalog/product_info.php/cPath/36_158/products_id/2154 zu einem Preis von 13,50€ möglich.

Ich möchte mich an dieser Stelle vielmals bei den Autoren und Reviewern bedanken!

 

Information in English language:

Initiatives that are calling for transparency, open and easy access to information (of academic, administrative or any other origin) are gaining momentum and are beginning to differentiate more and more. The claims range from Free Access to information to Open Access according to the principles of the Open Source community. Some initiatives focus more on transparency rather than on openness, such as the whistleblower platform Wikileaks, while others (e.g. Open Government and Open Access to Research Data) combine the demands for transparency and openness or focus on the provision of non-proprietary information (like the geodata project OpenStreetMap or Open Metrics concepts in the scientific area). Twelve authors from Open Data projects and from the context of Open Access to scientific information, Open Science, journalism and law analyze the Open Initiatives and discuss their common limitations as well as radical concepts of Openness such as WikiLeaks and Anonymous in the anthology Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft.

The bibliographic metadata are:
Herb, U. (Hrsg.). (2012). Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft. Saarbrücken, Germany: universaar.

You may download the Open Access fulltext here: http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2012/87/ or order a printcopy under https://www.buchhandel.de/buch/Open-Initiatives-Offenheit-in-der-digitalen-Welt-und-Wissenschaft-9783862230617.

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Online-Petition gegen Open Access Regelung im Urheberrechtsgesetz

Zum 1. Januar 2014 traten einige Änderungen am Urheberrechtsgesetz (UrhG) in Kraft, die für Open Access relevant sind und sich vor allem in §38 (4) UrhG finden. Schon vor der Verabschiedung unterlagen diese Neuerungen heftiger Kritik – und das aus mannigfaltigen Gründen: Zwar wird es erlaubt Artikel nach Ablauf eines Jahres Open Access zu stellen, allerdings gilt dies im Wesentlichen nur für Zeitschriftenartikel und nicht für andere gebräuchliche wissenschaftliche Dokumenttypen wie z.B. Konferenzbeiträge, Sammelbandsbeiträge oder Monographien. Viele Kritiker monierten auch die Embargofrist von 12 Monaten als übermäßig lange, zudem dürfen Autoren nur die finale Manuskriptversion des Textes Open Access stellen darf und nicht die offizielle Verlagsversion, auf die man jedoch in zahlreichen Disziplinen zum Zweck exakter Zitierungen Zugriff haben muss.  Nun startete das Aktionsbündnis Urheberrecht gar eine Online-Petition, um den erwähnten Paragraphen gerechter zu gestalten, denn bislang benachteiligt er Wissenschaftler, deren Arbeit nicht überwiegend mit Fördermitteln finanziert ist. Mehr dazu in Telepolis.

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Wegen Verkaufs legal erworbener Bücher: Gericht verurteilt Student zu 600.000 US-Dollar Strafe

Via Gerd Fröhlich von der Universität Linz erreichte mich folgende, groteske Information: Wie Der Standard vor sechs Tagen meldete, verklagte der Wissenschaftsverlag Wiley den in den USA lebenden thailändischen Studenten Supap Kirtsaeng, weil dieser Lehrbücher des Verlages, die seine Verwandten in Thailand rechtmäßig erworben und ihm geschickt hatten, verkaufte. Ein Gericht verurteilte den Studenten zu einer Zahlung von 600.000 US-Dollar, da eine Urheberrechtsverletzung vorliege. Dieses Urteil wurde vom Berufsgericht bestätigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich um legal hergestellte und erworbene Produkte handelt, wird deren Verkauf von Wiley als unrechtmäßig betrachtet, weil diese zwar ordnungsgemäß und vom Verlag selbst, aber außerhalb der USA produziert und nun in die USA eingeführt wurden: Da Produktion und Erwerb im Ausland stattgefunden hätten, ende die Kontrolle des Rechteinhabers über das veräußerte Werk nicht durch den Verkauf. Anders liegt der Fall bei im Inland hergestellten Produkten, bei denen die Hoheit über die Verwendung des Informationsträgers gemäß der First Sale Doctrin auf den Käufer übergeht. Laut Der Standard bedeutet diese Rechtsauslegung auch, dass das Wegwerfen von Publikationen, Musik-CDs und anderen Informationsträgern US-amerikanischer Konzerne, die nicht in den USA produziert wurden, der Erlaubnis des Herstellers bedarf. Für die Konzerne eröffne sich damit eine neue Einnahmequellen durch Untersagen oder gebührenpflichtige Kontrolle des Gebrauchthandels mit Informationsträgern und anderen wegen ihres Designs oder eines aufgedruckten Logos mit Copyright belegten Objekten (Der Standard nennt sogar das Beispiel einer Getränkedose). Diese Rechtsauslegung könnte sich auch auf Re-Importe zum Inlandsverkauf auswirken, die der Hersteller selbst vornimmt. Die endgültige Entscheidung wird der Supreme Court im Herbst des Jahres treffen. Weitere, lesenswerte Informationen im Artikel: „US-Gericht erwägt ewiges Urheberrecht“, Der Standard, 13. Juli 2012 unter http://derstandard.at/1341526759646/US-Gericht-erwaegt-ewiges-Urheberrecht

Update 21.03.2013: Der oberste Gerichtshof der USA schmetterte die Klage Wileys ab. s. Oberster Gerichtshof der USA: Weiterverkauf importierter Bücher ist legal

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Oberster Gerichtshof der USA: Weiterverkauf importierter Bücher ist legal

Im Sommer 2012 hatte ich auf eine Meldung im Standard verwiesen, der berichtete, dass ein Student vom Verlagshaus Wiley verklagt wurde, da er in den USA Bücher verkaufen wollte, die er im Ausland legal erworben hatte. Irights.info berichtet nun heute, dass der oberste US-Gerichtshof dem beklagten Studenten Stupa Kirtsaeng Recht gab und den Weiterverkauf importierter Bücher erlaubt. Hätte der Gerichtshof Wileys Klage stattgegeben, wären die Folgen wohl recht weitreichender Art gewesen, mehr dazu im alten Posting: Wegen Verkaufs legal erworbener Bücher: Gericht verurteilt Student zu 600.000 US-Dollar Strafe

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Exklusive Übertragung von Nutzungsrechten brachte die Beatles um interstellaren Ruhm

Dallas Campbell und Christopher Riley berichteten am 21.10.2012 im Observer (Voyager: the space explorers that are still boldly going to the stars) von der Reise der Voyager-Raumsonden durch das Weltall. Diesen wurden Datenträger, gefertigt aus Kupfer und mit Gold überzogen, beigelegt, um etwaigen Entdeckern der Sonden die menschliche Kultur nahezubringen. Auf ihnen findet sich auch Musik unterschiedlicher Epochen und Regionen, um ein möglichst breites Spektrum menschlicher Ausdrucksformen zu vermitteln, und so enthalten sie neben Werken von Chuck Berry, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven auch ethnische Musik aus unterschiedlichen Kontinenten (die Liste der Stücke findet sich hier). Es fehlen allerdings die Beatles, deren Titel Heres Comes the Sun eigentlich ebenfalls für extraterrestrische Hörer verfügbar gemacht werden sollte, denn so Campbell und Riley in der im Freitag (Unser Ding im All) übersetzten Fassung des Observer-Artikels: „Die Anfrage, Here Comes the Sun mit in die Kollektion aufzunehmen, wurde von der Plattenfirma der Band abgelehnt, weil man sich nicht auf die Freigabe der Rechte „für die Ewigkeit und das gesamte bekannte Universum“ einlassen wollte.“

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Themenheft Digitale Wirtschaft: brand eins 07/12

Das aktuelle Heft des Magazins brand eins trägt den den Titel „Digitale Wirtschaft“ und befasst sich in diesem Kontext auch mit den Themen Urheberrecht und Elsevierboykott sowie der Problematik der Entlohung kreativer Leistungen in der Onlinewelt. Zu Wort kommt in Person Dieter Gornys auch die Musikindustrie, zudem findet man im Heft ein Interview mit Thomas Hoeren, der sich auch zur Lage der Musikindustrie äußert und Flatrates für wissenschaftliche Publikationen vorschlägt. Das Hoeren-Interview steht entgeltfrei online unter http://www.brandeins.de/magazin/digitale-wirtschaft/mafioese-strukturen.html

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