Open Access in den Sozialwissenschaften

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Demnächst erscheint das von Konstanze Söllner und Bernhard Mittermaier herausgegebene „Praxishandbuch Open Access“. Erfreuerlicher Weise war es auf Anfrage erlaubt, die finale Autorenfassung meines Beitrages Open Access zu publizieren. Diese Option habe ich, nachdem ich die bibliographischen Details erfuhr, genutzt. Mein Text zu Open Access in den Sozialwissenschaften steht LeserInnen im Open Access bereit.

Ulrich Herb (2017). Sozialwissenschaften. In K. Söllner & B. Mittermaier (Hrsg.), Praxishandbuch Open Access (S. 254–260). De Gruyter. DOI:10.1515/9783110494068-029 (die DOI löst aktuell nicht auf, da die Verlagsversion noch nicht publiziert ist)
Oder als Open-Access-Version unter: https://hcommons.org/deposits/item/hc:13149/

Abstracts:
Der Artikel bietet einen Überblick über den Status Quo des Open Access zu Textpublikationen, Forschungsdaten und Forschungssoftware in den Sozialwissenschaften und diskutiert mögliche Anreize zur Umsetzung der Open Science in den Sozialwissenschaften.

This text was published as a book chapter in the publication „Praxishandbuch Open Access“ („Open Access Handbook“) edited by Konstanze Söllner and Bernhard Mittermaier. It reflects the current state of Open Access to text publications, data and software in the Social Sciences and incentives to promote Open Science in the Social Sciences.

Keywords:
Open Access, Open Access zu Textpublikationen, Open Access zu Forschungsdaten, Open Access zu Forschungssoftware, Sozialwissenschaften, Soziologie, Open Science, Social Sciences, Sociology, Open Access to Research Data, Open Access to Research Software

Der Beitrag basiert teils auf meiner Dissertation zur Open Science in der Soziologie. Für Leser dieses Blogs und meiner Publikationen könnten auch andere Postings über Open Access und Open Science in den Sozialwissenschaften oder Soziologie interessant sein.

Wissenschaftliches Publizieren – Zwischen Digitalisierung, Leistungsmessung, Ökonomisierung und medialer Beobachtung

Kürzlich publizierten Peter Weingart und Niels Taubert einen Sammelband, der Lesern dieses Blogs und meiner Arbeiten wohl interessant erscheinen dürfte, die Beiträge im Open-Access-Werk befassen sich mit der Diversität wissenschaftlichen Publizierens, Open Access, Open Science, Qualitätssicherung, Peer Review, Predatory Publishing, der Evaluierung von Wissenschaft, Impact und verwandten Themen.

Die bibliographischen Angaben lauten:

Weingart, Peter; Taubert, Niels (Hrsg): Wissenschaftliches Publizieren –
Zwischen Digitalisierung, Leistungsmessung, Ökonomisierung und medialer
Beobachtung. De Gruyter, 2016.
https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/463455

Hier das Inhaltsverzeichnis:

 

 

Open Science in der Soziologie – Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie

Am 18.09. ist meine Dissertation zum Thema „Open Science in der Soziologie – Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie“ erschienen. Sie ist sowohl im Print zu einem Preis von 36,80 € bestellbar (Bestellmöglichkeit beim Verlag Werner Hülsbusch oder via u1_hi67_herb_rgb_72dpi_400px_breitAmazon) als auch im Open Access via Zenodo oder SciDok verfügbar. Dem Verlag will ich für seine Unterstützung und unbürokratische Open-Access-Politik danken und kann ihn Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen.

Die bibliographischen Angaben lauten:

Ulrich Herb (2015). Open Science in der Soziologie: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie.  Schriften zur Informationswissenschaft; Bd. 67 [Zugleich: Diss., Univ. des Saarlandes, 2015]. Verlag Werner Hülsbusch : Glückstadt. ISBN 978-3-86488-083-4. DOI: 10.5281/zenodo.31234 oder URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-62565. Hardcover, Fadenheftung, VIII + 492 S., zahlr. teilw. farb. Abb.
Hier auch der Klappentext:
Open Science, die offene Wissenschaft, zielt auf die möglichst umstandslose Nutzbarkeit und Verfügbarkeit weitgehend aller im Forschungsprozess anfallenden Informationen, in erster Linie von Textpublikationen, Forschungsdaten und Forschungssoftware. Überdies soll sie auch Transparenz in wissenschaftliche Arbeit moderierende Prozesse (wie die Begutachtung bzw. den Review von Textpublikationen) und in die Gewinnung von zur Bewertung von Wissenschaft herangezogenen Parainformationen (Impact-Metriken) bringen. Open-Science-Befürworter versprechen sich hiervon eine effizientere, innovationsfreundlichere und transparentere Wissenschaft, denn offene Informationen können schneller und leichter verbreitet und nachgenutzt sowie überprüft werden als nicht-offene.
Die Arbeit basiert auf einer fachübergreifenden Bestandsaufnahme der Open-Science-Elemente Open Access zu Textpublikationen, Open Access zu Forschungsdaten, Open Access zu Forschungssoftware, Open Review und Open Metrics, die allesamt typischerweise eher in den STM-Fächern (Science, Technology, Medicine) zu finden sind als in den Sozial- oder Geisteswissenschaften. Ausgehend von dieser Synopse widmet sie sich weitergehend den fachinhärenten Spezifika der Soziologie, die gemeinhin als Nachzüglerin der Open Science betrachtet wird, und untersucht empirisch die Prävalenz und Relevanz von Open Access zu Textpublikationen, Open Access zu Forschungsdaten, Open Access zu Forschungssoftware, Open Review und Open Metrics in der Soziologie.

Open Initiatives – Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft

Initiativen, die Transparenz, offenen und möglichst einfachen Zugang zu Informationen, etwa in Wissenschaft und Verwaltung fordern und herstellen, gewinnen rasant an Bedeutung und beginnen sich immer weiter zu differenzieren. Die Forderungen reichen von freiem (im Sinne von kostenlosem) Zugang zu Informationen bis hin zu offenem Zugang analog den Prinzipien der Open Source Community.

Manche Initiativen und Phänomene fokussieren stärker auf Transparenz als auf Offenheit, wie z.B. die Whistleblower-Plattform Wikileaks, während wiederum andere (z.B. Open Government oder Open Access zu Forschungsdaten) die Forderungen nach Transparenz und Offenheit kombinieren oder sich an der Bereitstellung nicht-proprietärer Informationen versuchen (wie das Geodaten-Projekt OpenStreetMap oder die Open Metrics Konzepte im Wissenschaftskontext). Zwölf Autorinnen und Autoren aus Open Data Projekten und aus den Bereichen Open Access, Open Science, Journalismus und Recht beschreiben und analysieren die besagten und andere Open Initiatives, diskutieren deren Gemeinsamkeiten und Grenzen sowie radikale Offenheitskonzepte wie WikiLeaks und Anonymous im Sammelwerk Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft.

Die vollständigen bibliographischen Angaben lauten:
Herb, U. (Hrsg.). (2012). Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft. Saarbrücken: universaar.

Der Band steht unter http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2012/87/ zum Download bereit. Die Bestellung der Printausgabe ist unter http://www.mv-buchshop.de/catalog/product_info.php/cPath/36_158/products_id/2154 zu einem Preis von 13,50€ möglich.

Ich möchte mich an dieser Stelle vielmals bei den Autoren und Reviewern bedanken!

 

Information in English language:

Initiatives that are calling for transparency, open and easy access to information (of academic, administrative or any other origin) are gaining momentum and are beginning to differentiate more and more. The claims range from Free Access to information to Open Access according to the principles of the Open Source community. Some initiatives focus more on transparency rather than on openness, such as the whistleblower platform Wikileaks, while others (e.g. Open Government and Open Access to Research Data) combine the demands for transparency and openness or focus on the provision of non-proprietary information (like the geodata project OpenStreetMap or Open Metrics concepts in the scientific area). Twelve authors from Open Data projects and from the context of Open Access to scientific information, Open Science, journalism and law analyze the Open Initiatives and discuss their common limitations as well as radical concepts of Openness such as WikiLeaks and Anonymous in the anthology Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft.

The bibliographic metadata are:
Herb, U. (Hrsg.). (2012). Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft. Saarbrücken, Germany: universaar.

You may download the Open Access fulltext here: http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2012/87/ or order a printcopy under https://www.buchhandel.de/buch/Open-Initiatives-Offenheit-in-der-digitalen-Welt-und-Wissenschaft-9783862230617.

Tamiflu und der Zugang zu Daten

Tamiflu wird von Roche Pharma jährlich zu Beginn der Grippesaison in großem Stil abgesetzt, da ganze Nationen sich damit gegen drohende Pandemien wappnen wollen, dennoch ist seine Wirksamkeit umstritten. Kein Wunder, dass der Konzern die Offenlegung klinischer Daten, mittels derer das Präparates bewertet werden könnte, verweigert. Mittlerweile fordern Mediziner bereits den Boykott von Roche-Produkten, mehr dazu in Telepolis unter „Was hat Roche zu verbergen? Tamiflu und der schwierige Zugang zu klinischen Daten

Open Data vs. proprietäre Dateiformate in der medizinischen Patienteninformation

Bei Salvatore Iaconesi, offensichtlich ein italienisches Multitalent, wurde ein Gehirntumor diagnostiziert. Bei der Behandlung der Erkrankung will er auf den Vorteil des Viele Augen Prinzips setzen und weil dieses seine Wirksamkeit nur entfalten kann, wenn Informationen offen vorliegen, stellt er seine Krankenakte und Scans online und offen zur Verfügung. Ausschlaggebend für diesen Schritt war die Erkenntnis, dass alle im Diagnoseprozesse erhobenen Informationen in proprietären Dateiformaten vorlagen. Das Manko dieser Verfahrensweise ist klar: Eine Re-Analyse der erhobenen Daten oder auch nur eine inhaltliche Prüfung (respektive Verifizierung) der Diagnose durch andere wird immens verkompliziert oder gar gänzlich unmöglich. Die taz berichtete am 11.09. über Iaconesis Initiative, den die Hoffnung vorantreibt die offene Zugänglichkeit der Daten könne sein Leben retten – immerhin haben laut taz-Artikel schon zwei Mediziner die Daten re-analysiert. Dass Iaconesi die Dateien, die man ihm in der behandelten Klinik überlies, erst cracken musste, um sie offen zugänglich zu machen, ist an sich schon grotesk: Medizinische Informationen (gleich ob Messdaten oder als Text vorliegende Diagnosen) über den eigenen Gesundheitszustand sollten prinzipiell für den beschriebenen Patienten technisch nutzbar sein.

taz-Artikel: Riccardo Valsecchi: Open Data in der Medizin. Der öffentliche Krebs. 11.09.2012.  http://www.taz.de/!101447/

Youtube Video Salvatore Iaconesis zu seiner Erkrankung und Initiative  http://www.youtube.com/watch?v=5ESWiBYdiN0