Questions Surrounding Affordable Open Access

Ein kurzer Hinweis auf ein Interview mit Danielle Padula von scholastica zu Open Access, E-Publishing, Machtverhältnissen im wissenschaftlichen Publizieren und nachhaltigem Open Access: Questions Surrounding Affordable OA – viel Vergnügen bei der Lektüre.

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Wissenschaftliches Publizieren – Zwischen Digitalisierung, Leistungsmessung, Ökonomisierung und medialer Beobachtung

Kürzlich publizierten Peter Weingart und Niels Taubert einen Sammelband, der Lesern dieses Blogs und meiner Arbeiten wohl interessant erscheinen dürfte, die Beiträge im Open-Access-Werk befassen sich mit der Diversität wissenschaftlichen Publizierens, Open Access, Open Science, Qualitätssicherung, Peer Review, Predatory Publishing, der Evaluierung von Wissenschaft, Impact und verwandten Themen.

Die bibliographischen Angaben lauten:

Weingart, Peter; Taubert, Niels (Hrsg): Wissenschaftliches Publizieren –
Zwischen Digitalisierung, Leistungsmessung, Ökonomisierung und medialer
Beobachtung. De Gruyter, 2016.
https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/463455

Hier das Inhaltsverzeichnis:

 

 

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Altmetrics zwischen Revolution und Dienstleistung : Eine methodische und konzeptionelle Kritik

Nachdem ich kürzlich an dieser Stelle von einer Veröffentlichung zu Open Metrics im Young Information Scientist (YIS) berichtete, hier nun ein weiterer Hinweis zu einer Publikation, die auf Teilen meiner Dissertation beruht.

Im Kongressband des Soziologie-Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) im Jahr 2015 erschien mein Beitrag Altmetrics zwischen Revolution und Dienstleistung : Eine methodische und konzeptionelle Kritik. Der Artikel ist Open Access verfügbar. Thematisch ist der Beitrag dem YIS-Text mit dem Titel Impactmessung, Transparenz & Open Science: Open Metrics verwandt, konzentiert sich aber stärker auf die Altmetrics und die Frage, ob diese Momente der Freiheit in die Wissenschaft tragen und ob sie als Verfahren der Kontrolle, Evaluierung und Ökonomisierung der Wissenschaft taugen.

Hier die bibliographischen Daten zum Artikel, gefolgt vom Abstract und Schlagworten:

Ulrich Herb (2016). Altmetrics zwischen Revolution und Dienstleistung : Eine methodische und konzeptionelle Kritik. In H. Staubmann (Hrsg.), Soziologie in Österreich – Internationale Verflechtungen. Kongresspublikation der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (S. 387–410). Österreichische Gesellschaft für Soziologie ÖGS. DOI:10.15203/3122-56-7 oder http://webapp.uibk.ac.at/ojs2/index.php/oegs-publikation/article/view/35/713

 

Herb, Ulrich. Altmetrics zwischen Revolution und Dienstleistung : Eine methodische und konzeptionelle Kritik

Abstract

Alternative Impact Metriken (Altmetrics) gelten oft als demokratisierende oder gar revolutionäre Verfahren zur Messung wissenschaftlicher Resonanz. Dieser Nimbus wird ihnen vor allem zuteil, da sie regelmäßig als den bekannten zitationsbasierten Verfahren der Impact-Messung (Journal Impact Factor, Hirsch-Index/ h-Index) überlegen angesehen werden. Dies wiederum vor allem, weil sie die Resonanz-Messung von wissenschaftlichen Texttypen erlauben, die von den Zitationsmetriken nicht erfasst werden (z.B. Bücher oder Sammelbände) oder sogar von Objekttypen (z.B. wissenschaftliche Daten und Software), die bisher per se von der Impact-Messung ausgeschlossen waren. Dieser Beitrag prüft, inwiefern Altmetrics aktuell dem Anspruch, eine demokratisierende Revolution, die immer auch eine rabiate Veränderung von Strukturen und Regeln bedeutet, auszulösen, gerecht werden kann oder ob sie nicht doch einfach eine der äußerst kritischen Reflexion bedürfende Dienstleistung sind, da sie neue Verfahren der Kontrolle, Evaluierung und Ökonomisierung der Wissenschaft erlauben.

Schlagworte: Impact, Metriken, Zitationen, Altmetrics, Evaluierung, Ökonomisierung, Wissenschaft

 

Herb, Ulrich: Altmetrics between Revolution and Service: A Methodical and Conceptual Criticism

Abstract

Alternative impact metrics (Altmetrics) are often considered to be democratizing or even revolutionary methods for measuring scientific resonance. This nimbus mainly surrounds them because they are regarded as metrics that outclass the well-known citation-based metrics (e.g. the Journal Impact Factor or Hirsch-Index/h-Index). This in turn happens mainly due to the fact that Altmetrics allow the resonance measurement of scientific document types (e.g. books or anthologies) or even object types (e.g. scientific data and software) that were previously excluded from the impact measurement. This contribution examines to what extent Altmetrics are sparking off a democratizing revolution, which necessarily always implies a rigorous change in structures and rules, or whether they are simply not more than a service that has to be considered highly critical as they offer new tools to control, evaluate and economize science.

Keywords: impact, metrics, citations, altmetrics, evaluation, economization, science

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Journal zahlt Autoren für Zitate ihrer Artikel

Jeffrey Beall, dessen Pauschalisierungen zu Predatory Open Access ich nicht teile und dessen Injurien gegen integre Open-Access-Journale mich oft stören, liefert in seinem Blog Scholarly Open Access immer wieder Hinweise auf Auswüchse im wissenschaftlichen Publikationswesen. Das International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering (IJETAE) ist nun Thema eines Beall-Postings.

Vorab: Das Journal nutzt Article Processing Charges (APCs) als Einnahmequelle, für die Publikation eines zehnseitigen Artikels werden 170 US-Dollar fällig. Die Issues erscheinen in kurzen Intervallen, nämlich im Monatsabstand, und sind prall gefüllt – Issue 9 des Volume 6 umfasst 54 Artikel.

Beall verweist jedoch auf ein anderes Merkmal, welches das IJETAE meiner Kenntnis nach von anderen Journalen abhebt: Es zahlt seinen Autoren Geld für Zitationen auf ihre IJETAE-Artikel. Er zitiert als Beleg aus einer Mail, die das Journal an potentielle Autoren schickte:

All published articles from  September 2016 onwards will be applicable for “Research Paper Royalty Scheme” in which  corresponding author will get a reimbursement of 100 USD/6000 INR if his/her paper is cited by any 20 researchers in any reputed International Journal/Conferences in a year. If you are confident about your Research work then IJETAE will be honoured to appreciate it. Author can also keep track on Citation Count using Google Scholar.

Ich muss anmerken, dass die Google-Suche nach einzelnen Phrasen der Mail mich nicht zu Archiven von Mailinglisten führte, in denen ich den Inhalt der Mail verifizieren konnte. Allerdings finden sich in einem anderen Blog gleichfalls Nachrichten über diese Mails. Da derartige Informationen in der Regel direkt an Wissenschaftler gehen und nicht über Listen versendet werden, scheinen die Schilderungen über die in Aussicht gestellte Belohnung nicht zweifelhaft.

Von der Homepage des International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering
Von der Homepage des International Journal of Emerging Technology and Advanced Engineering

Warum nun die Entlohnung? Zwar schmückt sich das IJETAE mit einem Fake Impact Factor, auch auf der Grafik zu sehen, ein echter Journal Impact Factor (JIF) dürfte dennoch perspektivisch lukrativer sein. Da die Aufnahme eines Journals in das Web of Science (WoS), anhand dessen der Original-JIF berechnet wird, maßgeblich von Zitationszahlen abhängt, könnte man die Strategie verfolgen durch hohe Zitationszahlen den Weg ins WoS zu finden. Die Aufnahme in WoS hängt zwar auch von anderen Kriterien ab, aber die ließen sich mit ein bisschen Kosmetik womöglich auch noch erfüllen. Der Verweis auf Google Scholar legt auch die Vermutung nahe, man wolle durch gesteigerte Zitationszahlen in den Fächer-Rankings Google Scholars steigen.

Egal, ob das Ziel die Aufnahme ins WoS oder die höhere Position im Google Scholar Ranking ist – beides würde das IJETAE für Autoren attraktiver machen, damit zugleich zahlungsfreudiger und bereit höhere Gebühren zu zahlen.

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Wissenschaftler lassen sich von computer-generierten Reviews täuschen

Von Computern fabrizierte Texte sind in der Wissenschaft keine Neuheit, schon öfters geschah es, dass solcher Paper als Artikeleinreichung in wissenschaftlichen Journalen unbeanstandet die Peer Review passierten. Nun konfrontierten Forscher der Universität Triest Wissenschaftler mit computer-generierten Reviews – diese hielten die Fake Reviews erstaunlich oft für echt und ließen sich in ihrer eigenen Beurteilung von Artikeln durch sie beeinflussen. Mehr dazu in Telepolis.

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Bats are real cool animals: eine weitere Anekdote zum Predatory Publishing

Über die Schwächen des APC-Modells für Gold Open Access wird regelmäßig diskutiert. In a nutshell: Wissenschaftler zahlen für die Publikation ihrer Einreichungen in Open Acsess Journals teils Gebühren, die sogenannten Article Processing Charges APCs. Mitunter wird dieses Finanzierungsmodell allerdings pervertiert und die Einreicherungen werden ohne inhaltliche Prüfung zur Publikation akzeptiert. Alexandre Martin reichte nun in einer Zeitschrift ein Grundschul-Referat seines siebenjährigen Sohns Tristan als wissenschaftlichen Artikel ein – er wurde nicht nur zur Publikation akzeptiert, vielmehr ersetze man beim Journal den Text, der mit dem Statement „Bats are real cool animals!“ begann, durch einen wahren Plagiatsverschnitt.

Mehr dazu in Telepolis.

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First copy costs of scientific articles – a short overview

While I was working on a longer text, I gathered – more or less as a by-product – information from studies and reports on the (first copy) costs of a scientific article. As a result, it can only be noted that the information available on these costs (and related costs as margins) are very different and really difficult to compare. The latter confirms my impression that there is a huge lack of transparency in the scientific publications market. The following table may give some insight in the information I found. It is also available via GitHub (https://github.com/scinoptica/article_costs.git), so please feel free to improve/ update the data or add new information.

 

Source

RIN
2008
 

British Academy
2007

 

 

Dubini
2012

 

 

Waltham
2010

 

 Shieber
2012
 
 Houghton et al.
2010
 Van Noorden
2013
First copy costs of an article, including profit margins  

1.127 £

 

PNAS: 3.700 $

Nature: 30.000 – 40.000 $

First copy costs of an article, without profit margins 1.136 £  

420 – 650 $

 

10 $

First copy costs, including profit margins per page  

360 $

 –
Margin  

18%

Closed Access on average 20-30%,

 

Open Access (commercial) on average 15%

Cost of peer review (not included in first copy costs): 1.194 £ 900 £  –
Methods analysis of literature and reports expert discussion empirical study empirical study case study analysis of literature and reports analysis of literature and reports, interviews
Disciplines mixed Social Sciences & Humanities mixed Social Sciences & Humanities Machine Learning mixed mixed

 

Sources:

British Academy for the Humanities and Social Sciences. (2007). Peer Review : the challenges for the humanities and social sciences. A British Academy Report. Retrieved from http://www.britac.ac.uk/policy/peer-review/contents.cfm

Dubini, P. (2012). PEER Economics : the effect of large scale deposit on scholarly research publishing. Retrieved from http://www.peerproject.eu/fileadmin/media/presentations/PEER_economics_29May12_Brussels-1.pdf

Houghton, J. W., Rasmussen, B., & Sheehan, P. (2010). Economic and Social Returns on Investment in Open Archiving Publicly Funded Research Outputs. Melbourne. Retrieved from http://www.arl.org/sparc/publications/papers/vuFRPAA/index.shtml

Research Information Network. (2008). Activities, costs and funding flows in the scholarly communications system (p. 88). Retrieved from http://www.rin.ac.uk/our-work/communicating-and-disseminating-research/activities-costs-and-funding-flows-scholarly-commu
Shieber, S. (2012). An efficient journal. The Occasional Pamphlet. Retrieved June 05, 2012, from http://blogs.law.harvard.edu/pamphlet/2012/03/06/an-efficient-journal/

Van Noorden, R. (2013). Open access: The true cost of science publishing. Nature, 495(7442), 426–429. doi:10.1038/495426a

Waltham, M. (2010). Humanities and social science journals: a pilot study of eight US associations. Learned Publishing, 23(2), 136–143. doi:10.1087/20100209

 

Cite this article as: Ulrich Herb, First copy costs of scientific articles – a short overview, in scinoptica, 24. April 2014, https://www.scinoptica.com/2014/04/first-copy-costs-of-scientific-articles-a-short-overview/.

 

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